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KVN: Niedergelassene erhalten für ein Viertel ihrer Arbeit kein Geld
Niedergelassene Ärzte in Niedersachsen erhalten für ein Viertel ihrer Arbeit kein Honorar. Darauf weist die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) hin. Sie stützt sich dabei auf Zahlen aus dem Ärztemonitor 2012 der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).
„Im dritten Quartal 2012 wurden 24,3 Prozent aller fachärztlichen Leistungen in der Kassenarztpraxis nicht vergütet“, betont die KVN in einer am Donnerstag veröffentlichten Pressemeldung. Beispielhaft seien die Rheumatologen (53,4 Prozent), die Kardiologen (41 Prozent), die Augenärzte (37,8 Prozent) und die Frauenärzte (28,7 Prozent) zu nennen. „Insgesamt summiert sich das Minus über ein Jahr auf rund 170 Millionen Euro. Jede Facharztpraxis hat durchschnittlich Leistungen für 31.029 Euro erbracht, die von den Kassen nicht bezahlt werden“, erklärt die KVN.
Mit Blick auf die kürzlich veröffentlichte Umfrage des Marburger Bundes (MB) zu den Arbeitszeiten von Klinikärzten betont die Körperschaft, dass auch niedergelassene Ärzte unter langen Arbeitszeiten leiden würden. Die durchschnittlichen Wochenarbeitszeiten lägen laut KBV-Ärztemonitor bei niedergelassenen Haus- und Fachärzten in Niedersachsen bei durchschnittlich 55 Stunden.
„Die Ergebnisse der Umfrage des Marburger Bundes haben zu Recht die Finanznot der Kliniken angeprangert“, erklärt die KVN. Diese Finanznot erstrecke sich aber auch auf den ambulanten Bereich der Medizin. „Rekordbeschäftigung und steigende Löhne bescheren der Sozialversicherung einen Milliardenüberschuss. Das größte Plus steuert die Krankenversicherung bei. Die geleistete Arbeit der Ärzte wird aber nicht vergütet, obgleich ein Finanzpolster vorhanden ist“, kritisiert der KVN-Vorstandsvorsitzende Mark Barjenbruch.
Und weiter: „Das KVN-Vorstandsziel ,Begrenzte Vergütung – begrenzte Leistungen’ wird in Ärztekreisen immer intensiver diskutiert. Noch handeln und behandeln viele Fach- und Hausärzte aus der ethischen Verantwortung gegenüber ihren Patientinnen und Patienten heraus. Nicht zuletzt daraus resultiert der gute Ruf unserer Ärzte. Dennoch kann auf Dauer Mehrarbeit nicht unbezahlt bleiben.“ Es sei an der Zeit, das unbegrenzte Leistungsversprechen der Politik bei begrenzten finanziellen Mitteln in Frage zu stellen, sagt der KVN-Chef.
„Wir haben darauf zu achten, dass die Medizin gleichermaßen bezahlbar bleibt und den Praxen eine leistungsgerechte Vergütung sichert“, betont Dr. Jörg Berling, stellvertretender KVN-Vorstandsvorsitzender. Das könne auch bedeuten, dass man sich von vermeintlich selbstverständlichen Standards in der Arztpraxis verabschiede. „Nicht alles wird in Zukunft noch bezahlbar sein. Aber darin liegt auch eine Chance – die der Rückbesinnung auf die elementaren medizinischen Standards, auf die Kerntätigkeiten des Arztes, auf eine am wirklichen Versorgungsbedarf der Patienten orientierte Zuwendungsmedizin.“
Und in Bayern?
Hier sieht es genauso aus ……